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| Land | Belgien |
|---|---|
| Jahrgang | 2023 |
| Ausgabedatum | 25. Oktober 2023 |
| Münztyp | Gedenkmünze |
| Auflage | 130.000 (125.000 / 5.000) |
| Katalognummer | BE-23 G2 |
| Gestalter | Iris Bruijns |
| Seltenheit | €€€€€ was bedeutet das? |
| Randschrift | ![]() |
Am Bildrand der Ausgabeanlass „ALGEMEEN VROUWENKIESRECHT – SUFFRAGE UNIVERSEL FÉMININ“ zu sehen. Mittig ist das Venus-Symbol als Wahlurne mit Rotstift zu sehen. Linkerhand die Aufschrift „75 JAAR ANS“. Rechterhand das Kürzel des Ausgabestaats „BE“ und die Jahreszahl „2023“, darunter die Prägezeichen der Koninklijke Nederlandse Munt und des amtierenden belgischen Münzmeisters Giovanni Van de Velde.
Das allgemeine aktive Wahlrecht für Frauen in Belgien trat am 19. Februar 1948 in Kraft — nach einem der längsten und zähesten politischen Kämpfe Westeuropas. Belgische Frauen hatten bereits 1919 ein eingeschränktes Kommunalwahlrecht erhalten, jedoch nur für Witwen und unverheiratete Mütter von Kriegsgefallenen. Das volle Wahlrecht auf nationaler Ebene blieb ihnen bis nach dem Zweiten Weltkrieg verwehrt. Entscheidend war dabei nicht nur die Stärke der Frauenrechtsbewegung, sondern auch ein tief verwurzelter Konfessionskonflikt: Konservative und Klerikale befürworteten das Frauenwahlrecht teilweise aus taktischem Kalkül — sie erwarteten von katholisch geprägten Wählerinnen Rückendeckung —, während Sozialisten und Liberale es über Jahrzehnte blockierten, um nicht an Stimmen zu verlieren. Pionierinnen wie Marie Popelin, Isabelle Gatti de Gamond und später Isabelle Blume hatten die öffentliche Debatte über Generationen hinweg geprägt und Frauenverbände aufgebaut, die diesen Druck bis ins Parlament trugen.
Der Weg zur tatsächlichen politischen Gleichstellung war auch nach 1948 noch lang: Bei den ersten Wahlen, an denen belgische Frauen vollständig teilnahmen, im Juni 1949, lag der Frauenanteil im Parlament bei gerade einmal rund drei Prozent. Strukturelle Reformen — darunter Paritätsgesetze für Kandidatenlisten, die Belgien ab den 1990er Jahren einführte — schufen die Grundlage für eine schrittweise Annäherung an eine gleichgewichtigere Vertretung. Belgien war damit eines der letzten Länder Westeuropas, das das allgemeine Frauenwahlrecht einführte; die Schweiz folgte erst 1971 auf Bundesebene, also mehr als zwanzig Jahre später. Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des belgischen Frauenwahlrechts erschien 2023 eine 2-Euro-Gedenkmünze, die das Thema im zweisprachigen Ausgabeland auf Niederländisch und Französisch würdigt.
| Nennwert | 2,00 Euro |
|---|---|
| Material | Bimetall – Ring: Kupfernickel; Kern: dreischichtig (Nickel-Messing / Nickel / Nickel-Messing) |
| Gewicht | 8,5 g |
| Durchmesser | 25,75 mm |
| Dicke | 2,20 mm |